June 4, 2026
1. Futterlocken – der einfache Start
Futterlocken ist der schnellste Weg, deinem Hund eine Bewegung zu zeigen.
Du nutzt ein Leckerli wie einen „Magneten“. Dein Hund folgt deiner Hand – und kommt so automatisch in die gewünschte Position.
Beispiel: Sitz
• Du hältst ein Leckerli vor die Nase deines Hundes
• Führst es langsam nach oben und leicht nach hinten
• Dein Hund setzt sich
• Sofort belohnen
Warum das so gut funktioniert:
Dein Hund muss nicht raten.
Du hilfst ihm direkt.
Typische Fehler:
• Zu schnell führen → dein Hund kommt nicht hinterher
• Zu große Bewegungen → dein Hund verliert die Orientierung
• Zu lange locken → dein Hund wird abhängig vom Futter
Wichtig:
Futterlocken ist nur der Einstieg.
Reduziere die Hilfe nach und nach, damit dein Hund die Übung wirklich versteht.
2. „Do as I do“ – dein Hund schaut bei dir ab
Hunde sind gute Beobachter. Sie achten mehr auf dich, als du denkst.
Bei dieser Methode nutzt du genau das:
Dein Hund lernt, dich nachzumachen.
So funktioniert es:
Du machst eine Bewegung vor – und dein Hund probiert, sie nachzumachen.
Einfache Beispiele:
• Du gehst einen Schritt zur Seite
• Du drehst dich im Kreis
• Du gehst um ein Objekt herum
So startest du:
• Beginne mit einfachen, klaren Bewegungen
• Wiederhole sie ruhig
• Belohne jede Annäherung
Warum das so wertvoll ist:
Dein Hund orientiert sich stärker an dir.
Eure Zusammenarbeit wird enger.
Und dein Hund lernt, auf deine Körpersprache zu achten.
3. Shaping – dein Hund denkt selbst
Shaping ist etwas ganz Besonderes.
Hier sagst du deinem Hund nicht, was er tun soll.
Du lässt ihn selbst Lösungen finden.
Du belohnst jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung.
Beispiel: Auf ein Balancekissen steigen
So könnte das aussehen:
- Dein Hund schaut das Kissen an → Belohnung
- Er geht darauf zu → Belohnung
- Er berührt es → Belohnung
- Eine Pfote drauf → Belohnung
- Beide Pfoten drauf → große Belohnung
Das passiert dabei:
Dein Hund beginnt zu überlegen:
„Was hat mir gerade die Belohnung gebracht?“
Und genau da entsteht echtes Lernen.
Wichtig für dich:
• Hab Geduld
• Belohne früh und oft
• Warte nicht zu lange auf „perfekt“
Der große Vorteil:
Dein Hund wird mutiger.
Er bietet von sich aus Verhalten an.
Das ist Gold wert – gerade bei unsicheren oder älteren Hunden.
4. Folgetarget – dein Hund lernt, dir gezielt zu folgen
Das Folgetarget ist eine der wichtigsten Grundlagen überhaupt.
Dein Hund lernt dabei, einer Hand oder einem Gegenstand gezielt zu folgen – ohne dass du ein Leckerli verstecken musst.
Das Ziel:
Dein Hund orientiert sich an deiner Hand.
Und folgt ihr bewusst.
So baust du es auf:
Schritt 1: Interesse wecken
• Halte deine Hand vor deinen Hund
• Sobald er hinschaut oder sich bewegt → Belohnung
Schritt 2: Kontakt
• Dein Hund stupst deine Hand an → Belohnung
Schritt 3: Bewegung
• Bewege deine Hand leicht
• Dein Hund folgt → Belohnung
Schritt 4: Führen
• Jetzt kannst du deinen Hund lenken
• z. B. in eine Drehung, auf ein Kissen oder um ein Hindernis
Warum das so hilfreich ist:
• Du brauchst kein sichtbares Futter mehr
• Dein Hund bleibt bei dir
• Du kannst Übungen sauber und ruhig aufbauen
Typischer Fehler:
Viele bewegen die Hand zu schnell.
Dein Hund sollte wirklich folgen können, nicht hinterherhetzen.
Welche Methode passt zu dir und deinem Hund?
Du musst dich nicht entscheiden.
Im Alltag ist es am sinnvollsten, die Methoden zu kombinieren:
• Futterlocken → für den schnellen Einstieg
• Folgetarget → für sauberes Führen
• Shaping → für Selbstständigkeit
• „Do as I do“ → für eure Verbindung
Mein Tipp für dich
Halte die Einheiten kurz.
2–5 Minuten reichen völlig.
Achte darauf, dass dein Hund Spaß hat.
Denn ein Hund, der gerne mitmacht, lernt am schnellsten.